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Forumeintrag-Eintrag [forum 62146] | | Region: Hessen
Fussboden / Decke > Aufbau/Konstruktion

Aufbau Holzbalkendecke

Wir bauen derzeit ein "junges" Fachwerkhaus um bzw. aus.
Auf Grundmauern von 1609 wurde 1976 eines neues Fachwerk gebaut. Es soll teilweise vermietet werden. Daher spielt der Trittschallschutz eine große Rolle.

Die Ausgangsituation der Rohdecke ist wie folgt:
- Balkenlage mit 20mm Schalung
- teilweise liegen Heizungsrohre und Leitungen oberhalb
der Rohdecke mit OK 4cm, an Leitungskreuzungen 6 cm
- teilweise sind Fußhölzer von Trennwänden zu beachten
- max. Estrichhöhe 8 cm ohne Belag
- als zulässige Belastung ist nach Statik ca. 130 kg/m2 für
Estrichaufbau und eventuelle Unterdecke möglich.

Wir haben Architekten und Estrichleger nach einer Lösung befragt und haben ebensoviele unterschiedliche Antworten bekommen - daher sind wir etwas verunsichert.

Das Problem liegt wohl in der Begrenzung der möglichen Aufbauhöhe und in der Lage der auf der Rohdecke verlegten Rohre und Leitungen. Hinzu kommt, dass wir wenn möglich die Balkendecke unten offen gestalten möchten.

Kann uns jemand Tips für einen passenden Aufbau mit möglichst hoher Trittschalldämmung geben?
Gibt es Erfahrung mit CREATON - Estrichziegel in diesem Zusammenhang, wenn diese sichtbar verlegt werden?

Im Voraus vielen Dank für nutzbare Antworten!
Gut Ding braucht Weil
Mitglied der Fachwerk.de Community (Profil)
Michael Ohly | 20.11.06 | 1015x abgerufen | [ Antwort schreiben ]
Hinweis: Bitte beachten Sie, dass alle Antworten als freie Meinungsäußerungen und nicht als Beratung angesehen werden müssen. Weitere Informationen: Forumsregeln / Haftungsausschluss

Schallschutz

ist zunächst einmal Sache des planenden Architekten, dann aber auch des Sachverständigen für den Schall- und Wärmeschutz, der für sein Honorar auch mal was tun soll. Er haftet auch dafür !
Soviel zu den eigentlich Zuständigen.
Wenn Sie aber nur den Oberboden heranziehen wollen, sehe ich unüberwindbare Probleme. Weder der Schallschutz nach DIN 4109 (bauaufsichtlich gefordert), noch der nach VDI 4100 -mittlere Stufe - (zivilrechtlich geschuldet, wenn nichts anderes vereinbart, ist erreichbar. M.E. kommen Sie um einen Einschub zwischen den Balken und eine an Federschienen abgehängte Unterdecke nicht herum.
Diese empfiehlt sich auch aus Brandschutzgründen, weil unverkleidete Balken kaum eine klassifizierte Feuerwiderstandsdauer haben, es sei denn sie werden extra dick gemacht und kommen dann auf F 30 - B.
Den Estrich müßten Sie schwimmend und weichfedernd lagern, also kein Styrodur etc..
Eine konkrete Ausführungsempfehlung kann ich Ihnen aber nicht geben, weil ich dafür eine Vielzahl von Details kennen müßte.
mit freundlichen Grüßen
Neue Nutzungen für alte Gebäude
Premium-Mitglied der Fachwerk.de Community (Profil, Homepage)
Dietmar Beckmann | Büro für Städtebau+Architektur | Dietmar Beckmann | 21.11.06

Schwierig

Ich seh's in Sachen Einschub genauso, ohne ebendiesen wird's nichts. Die nachträglichen Korrekturen bedeuten natürlich ziemlich viel Aufwand.

Ein Einschub könnte auf Leisten gelegt werden, die seitlich an den Balken befestigt werden. Er sollte von oben eingefädelt werden können, dann bleibt ein Teil der Balken sichtbar. Da es bei der schon liegenden Schalung nicht ganz so auf Schönheit ankommt, sollte es möglich sein, diese teilweise so aufzunehmen, daß jeder Balkenzwischenraum zugängig wird. Dann die Einschubbretter einzeln einfädeln. In Bahnen zugeschnittenen Rieselschutz entsprechend dem Wachstum der Einschübe entfalten und auf diesen so dicht wie möglich Ziegelsteine (können auch alte sein, wenn trocken). Wenn die Einschübe fertig sind, von oben eine mineralische Schüttung aufbringen und mit geeigneten Hilfsmitteln auch unter die nicht aufgenommene Schalung befördern. Dann Schalung wieder einbauen.

Bezüglich Brandschutz: Das folgende ist nicht DIN-konform, wurde aber früher als sehr wirksam angesehen. Ich hab beim googeln zu den Begriffen "Holz-Brandschutz-Alaun" an erster Stelle einen Beitrag von Lutz Parisek im Forum gefunden (was Du alles weißt, Lutz...) und kopiere das hier unverändert her, weil ich es für wirksam halte (Besser wär's, wenn die Balken trotzdem dick genug wären):

"Panschereien
Hallo Chris

Ich hatte versprochen noch einmal nach einfachen Rezepturen für Brandschutzmittel zu suchen.

Hier eine Rezeptur die 1942 bauaufsichtlich in Deutschland zugelassen war:

60 - 80 Teile Pottasche (Kaliumcarbonat mit der Formel K2CO3)
38 - 18 Teile Soda (Chemische Formel Na2CO3)
. 2 Teile Netzmittel (Tensid bzw. irgendein Spülmittel)

Als 25prozentige wässrige Lösung aufbringen (ca. 600g/m²).
Wurde damals mit Wirkungsstufe 8 (also sehr hoch) eingestuft.

Gruß

L. Parisek
PARISEK saniert GmbH & Co KG | L. Parisek | 14.08.05
Mutabor
Mitglied der Fachwerk.de Community (Profil)"

Damit gewinnt man möglicherweise bei der Bauaufsicht keinen Hut, hat aber trotzdem einiges getan. Demnächst werde ich das Ganze mal in heimischen Kamin ausprobieren.

Den Aufbau auf der Schalung würde ich ohne den Estrichleger realisieren. An der Unterseite von Lagerhölzern passender Höhe 6mm Holzweichfaserplattenstreifen mit Leim befestigen, die Hölzer dann auf der Schalung mittig über den Balken platzieren (nicht befestigen, sonst schallbrücken) und an den Leitungen ausklinken. Auffüllen mit einer geeigneten Schüttung (auch hier könnte noch masse mittels Ziegelsteine u.s.w. eingebracht werden). Darauf 24mm Dielung oder 25mm OSB (normale Balkenabstände bis ca. 80cm vorausgesetzt).

Ob sich daraus rein rechnerisch der erforderliche Schallschutz herleiten läßt, kann ich nicht versprechen, in einem ähnlichen Fall hat's jedoch in der Praxis trefflich funktioniert.

Grüße

Thomas
Mut zum Holz
Premium-Mitglied der Fachwerk.de Community (Profil, Homepage)
Restauratio GmbH | Thomas W. Böhme | 21.11.06

viele Deckenaufbauvarianten finden Sie

z.B. im Internet auf unserer homepage www.texbis.de Rubrik Lehmbau-Systeme.
Fachwerksanierung mit Lehm- und Naturbaustoffen
Premium-Mitglied der Fachwerk.de Community (Profil, Homepage)
TEX-BIS Naturbaustoffe GmbH | Klaus Schillberg | 26.11.06
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