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Forumeintrag-Eintrag [forum 121811] {PDF / Druck} | | Region: Thüringen
Keller > Feuchtigkeit Hallo,
seit 1.07.09 sind wir stolze Hausbesitzer eines 1927 erbauten beschieferten Forsthauses in Thüringen. Der Keller ist vollständig aus Sandstein und bis vor gut einer Woche vollständig mit Rigips bebaut.
Schon in der ersten Woche nach Einzug mussten wir feststellen, dass der überflieste Boden im zum Teil fast vollständig ins Erdreich eingebauten Kellerraums völlig nass war. Die Wände begannen schwarze Absonderungen im unteren Bereich zu zeigen.
Wenige Tage später entdeckte ich beim Reinigen des Kellers einen Pilzkörper an einer der Keller-Holztür. Der schnell einbestellte Sachverständige bestätigte uns, dass es Hausschwamm ist.
Der Rigips und der verlegte Fussbodenbelag ist vollständig entfernt. Alle Holzständer und anderen organischen Materialen sind ebenfalls aus dem Keller verschwunden.
Nun meine Frage:
Ist eine aufwendige und teure Schwammsanierung mit Schwammsperrmittel überhaupt notwendig, wenn alles organische aus den Kellerräumen weg ist? Was sagt die DIN dazu?
Als nächste Schritte würden wir die Außenmauern trocken legen und die Trocknung der Räume in die Wege leiten.
Soll erst einmal genügen. Danke im Voraus.
Leobengl
Hinweis: Bitte beachten Sie, dass alle Antworten als freie Meinungsäußerungen und nicht als Beratung angesehen werden müssen. Weitere Informationen: Forumsregeln / Haftungsausschluss
Unbedingt !!! Der "Echte Hausschwamm" ist ein besonders widerstandsfähiger resp. hartnäckiger Zeitgenosse. Überleben Myzelreste z.B. im Mauerwerk des Kellers, kann der Pilz durchaus einige Meter weiterwachsen, bis er wieder verwertbares Material findet. Das kann sogar trockenes Holz sein, da der Pilz im Unterschied zu anderen in der Lage ist, Feuchtigkeit über das Myzel herbeizuführen !
In einem Bauschadenseminar ist mir ein Fall zu Ohren gekommen, da wurde nach einer "nicht ganz perfekten" Hausschwammsanierung mit anschliessender Wärmedämmung (WDVS) an einem Massivmauerwerk nach zwei Jahren ein Haussschwammbefall zwischen Wand und WDVS entdeckt, der sich zunächst nur von einen minimalen Zelluloseanteil (zur Wasserrückhaltung während der Verarbeitung) im WDVS-Kleber ernährt hatte !!! Der Pilz hatte aber mittlerweile schon wieder mit dem neuen Dielenboden was besseres gefunden...
Auf die fachgerechte und sorgfältig geplante Hausschwammsanierung würde ich nur verzichten, wenn ich das Haus ohnehin in ein bis zwei Jahren abreissen möchte.
Beste Grüße aus der Pfalz
Marc Sattel
"500 Jahre Garantie" - alte Bautechniken für morgen nutzenMitglied der Fachwerk.de Community ( Profil) AltBauPlan | Architekt Dipl.-Ing. (FH) Marc Sattel | 27.07.09
so und so... Hallo Leobengl,
die DIN sagt das volle Programm, aus den Gründen, die Marc Sattel schon aufgeführt hat.
Andersrum verhalte ich mich da in der Praxis als SV auch schon mal etwas ambivalent: Gerade bei Kellerböden die betroffen sind und wenn ringsum nix organisches mehr eingebaut wird, werde ich da schon mal weich und entwickle Sonderlösungen, die sich abseits der DIN bewegen.
ABER das geht nur mit Einverständnis und Mittragen der Lösungen durch den Bauherrn und auch nur wenn die örtlichen Gegebenheiten dazu passen und letztendlich durch alle Beteiligten auch danach gehandelt wird.
Völlig davon ab was der Echte Hausschwamm kann oder nicht - wenn ich als SV eine nicht DIN-gerechte Lösung vorschlage und der worst case tritt ein, habe ich nicht nur die Brille sondern auch noch den Hut auf, bin mitgefangen-mitgehangen und werde bestenfalls geteert und gefedert auf der Bahnschwelle aus dem Dorf getragen.
Natürlich gibt es den gesunden Menschenverstand und es gibt ein DIN-Regelwerk, wahrscheinlich passiert auch nichts, wenn man in Ihrem Fall auf die chemische Sanierung verzichtet, aber: es bleibt ein Restrisiko und in der (Bau-)Biologie gibt es wundersame Dinge ;-)
Grüße aus Leipzig
Martin Malangeri
Ein P.S. für Marc: den Begriff trockenes Holz finde ich schwierig, ein weiterführender Befall erfolgt nicht unter 20% Holzfeuchte, da ist das Holz schon fast halbtrocken. Der Feuchtigkeitstransport über die Myzele zur Befeuchtung trockener Holzbauteile ist zumindest wissenschaftlich umstritten. Was der Gefährlichkeit des Schädlings insgesamt aber keinen Abbruch tut.
Hausschwamm war füher mal meldepflichtig beim Bauamt. Gilt das heute eigentlich noch - obwaohl ichs nicht glaube - in Dt ist ja weiterhin alles möglich...
Das erste Haus baue man für einen Feind, das 2. für einen Freund und erst das 3. für sich selber !Premium-Mitglied der Fachwerk.de Community ( Profil, Homepage) Olaf aus Sachsen | 28.07.09
2 von 16 Hausschwamm ist (zusammen mit Hausbock und Termiten) immer noch meldepflichtig, aber nur noch in Sachsen und Thüringen, in keinem der anderen Bundesländer.
Grüße aus Leipzig
Martin Malangeri
Echter Hausschwamm @ Martin:
Ja, dass das mit dem Feuchtigkeitstransport über die Mycelstränge wissenschaftlich umstritten ist, habe ich gehört. Aber bei den meisten Quellen wird die Gefährlichkeit immer noch gerade damit begründet. Weshalb ist denn sonst der Hausschwamm so viel gefährlicher als andere holzzerstörende Pilze ? Bei den anderen sind die Vorschriften auch nicht so streng, da reicht ja ein Ausbau der befallenen Hölzer meist aus.
Lerne gerne noch dazu,
Marc Sattel
"500 Jahre Garantie" - alte Bautechniken für morgen nutzenMitglied der Fachwerk.de Community ( Profil) AltBauPlan | Architekt Dipl.-Ing. (FH) Marc Sattel | 28.07.09
 eine erste nicht chemische Lösung wäre, den Gasbrenner mit den notwendige Sicherheitsvorschriften auf die betroffenen Mauerteile halten und vorrangig die Fugen "ausglühen". Da der Pilz ein Lebewesen ist, hat man gute Chancen, ihn so in seinem "Versteck" zu erwischen. Aber Vorsicht mit Gas, Holz und Keller - nie ohne 2. Aufsichtsperson als Laie so etwas machen. Bei mir hatte es geholfen.
Das erste Haus baue man für einen Feind, das 2. für einen Freund und erst das 3. für sich selber !Premium-Mitglied der Fachwerk.de Community ( Profil, Homepage) Olaf aus Sachsen | 28.07.09
Tja, was macht den Echten Hausschwamm zum echten Fiesling?
1. durchwächst anorganischen Baustoffe über größere Distanzen und besser als es andere holzzerstörende Pilze.
2. hat einen geringeren Feuchtigkeitsanspruch als andere Pilze: 20-40% bei geringen Zerstörungsgrad des Holzes, bei zunehmender Zersetzung des Holzes höher werdend.
3. hat eine sehr intensive Sporenbildung mit großen Streuradius.
4. ist wenig wählerisch: alles was Kohlenhydrate hat, kann überwachsen werden: Zeitungen, Kohlen, Holzwerkstoffe, Bücher, Textilien, Teppiche, etc.
5. die optimalen Wachstumstemperaturen sind relativ niedrig bei etwa 18-22 C°.
6. Das Wachstum kann bei zu hohen oder zu niedrigen Feuchten eingestellt und später wieder aufgenommen werden. Die Annahmen für die sogenannte "Trockenstarre" differieren ebenfalls zwischen 1-6 Jahre.
Beim Feuchtigkeitstransport über die Myzelstränge sollte man also differenzieren: bei raum- oder bauteilklimatischen Bedingungen, die Holzfeuchten unter 20% erzeugen, kann nicht viel passieren, darüber hinaus ist es möglich.
Das ist zumindest das, was ich aus den leicht differenten Literaturangaben herausfiltere.
Bei Sonderlösungen in o. g. Keller sollte man daher darauf achten, dass es den Myzelsträngen nicht möglich ist über eine größere Distanz anorganische, alkalische Materialien zu durchwachsen.
Grüße
Martin
P.S: @Olaf - was machste denn bei Hohlziegeln? Mein krassester Fall war eine Hohlziegelmauer als Raumtrennwand auf Deckenbalken gestellt. Die Feuchte kam durchs Dach rein, 2 Etagen tiefer war der Deckenbalken ebenfalls kaputt. Das Myzel war über 6 m durch die Hohlkammern nach unten gewachsen, von außen war nichts zu sehen. Das ist auch der Brenner überfordert- im Ernst das reicht nicht Dein Lösungsvorschlag.
Hausschwamm Das mit dem Gasbrenner sollte man nicht überbewerten.
Bei dicken Mauern und durchgewachsenen Mycelsträngen werden nur die ersten paar mm Mauerwerk genügend erwärmt.Außer dem Abflämmen der freiliegenden Stränge passiert nichts.
Viele Grüße
 Verzicht auf chem. Maßnahmen auch nach DIN möglich... ...denn auch in der DIN 68800 Teil 4 ist gesunder Menschenverstand enthalten. Tatsächlich kann auf Schwammsperrmittel verzichtet werden, wenn dem Echten Hausschwamm die Nahrungsgrundlage entzogen wird (vgl. Abschnitt 4.3.4 der DIN).
Es werden hieran aber zwei entscheidende Bedingungen geknüpft:
No.1: Holz, Holzwerkstoffe etc. müssen ausgebaut werden - natürlich mit dem notwendigen Sicherheitsabstand. Der Kommentar zur DIN verweist hier auf den Abschnitt 4.2.1: 1,00 m für Holz bzw. 1,5 m für Schüttungen. Meiner Meinung nach wäre ein Verweis auf Abschnitt 4.3.3 zutreffender. In diesem wird für chem. Maßnahmen der Sicherheitsabstand von 1,50 m auf das Mauerwerk bezogen angegeben.
@Leobengl: für Ihren Keller würde das bedeuten, dass sich vom letzten sichtbaren Befall an und in der Kellerwand (ggf. Probeöffnungen stemmen und untersuchen) im Umkreis von 1,50 m kein Holz mehr befindet. Wie sieht es da bei Ihnen mit Fachwerkschwellen oder Holzfußböden im EG aus?
No.2: Die Austrocknung der sanierten Bauteile muß nachhaltig sichergestellt sein - ein großes Problem bei Kellerwänden. Die Kosten für eine Trockenlegung des Kellers werden die Kosten einer Schwammbekämpfung im Mauerwerk erheblich übersteigen.
Für Ihren Keller wären möglicherweise auch Kompromisslösungen denkbar: beispielsweise das Einbringen einer chem. Schwammsperre im deckennahen Bereich KG/EG, um den Schwamm lediglich darin zu hindern, Holz im EG zu befallen. Hier greift aber genau das, was Martin Malangeri schon so treffend sagte: die Haftungsfrage und das evtl. nicht unerhebliche Restrisiko.
@Gefährlichkeit EHS:
Seine Gefährlichkeit beruht auf der Summe seiner Fähigkeiten. Im Wesentlichen sind dies: Holzabbau auch unterhalb Fasersättigung - Durchwachsen von Mauerwerk - Überlebensfähigkeit durch Bildung von Überdauerungsformen (Arthrosporen) - Abschottung des Holzes durch dichtes Oberflächenmycel und damit Bildung eines feuchten Mikroklimas - Feuchte- und Nährstofftransport über Stränge.
Letzteres gilt als umstritten, da jüngste Versuche im Labor dies augenscheinlich nicht bestätigt haben. Finde auf die Schnelle nicht den Versuchsaufbau, aber wenn ich mich richtig erinnere, wurden die Versuche an Holzklötzchen durchgeführt. In der Praxis kann aber der Echte Hausschwamm überaus dicke Stränge bilden. Ich habe mal ein Foto angefügt. 1 cm Durchmesser schafft kein anderer Hausfäulepilz auch nur annähernd. Das Innere dieses Stranges war sozusagen wie eine "Schwamm" mit Wasser voll gesogen. Nach Abtrocknung besaß der Strang nur noch einen Bruchteil seines Volumens.
@Ablammen: nur als Oberflächenverfahren mit sehr geringer Tiefenwirkung geeignet. Dennoch sinnvoller Bestandteil einer jeden Schwammsanierung. Es sollte eher als Oberflächensäuberung angesehen werden.
Gruß
Boris Blenn
Genau, ich finde den Aufbau nämlich auch nicht.... Das ist doch manchmal verhext - man sammelt so viel Informationen und im Zweifelsfall findet man sie nicht wieder...
@Boris Blenn: ich suche übrigens auch noch Infos über die Rückbildung von Myzel. Es kommt ja vergleichsweise häufig vor, dass alle Merkmale wie Quaderbruch, Braunfäule und klassische Schädigungsformen vorhanden sind, aber das Myzel ist weg. Zurückgebildet? Recycelt? Verdampft? Habt Ihr was näheres dazu oder einen Literatur- oder Quellentipp?
Noch ein triftiger Grund für die Gefährlichkeit des E. Hausschwamms wäre übrigens die Ausbildung von Fruchtkörpern in teilweiser enormer Größe.
Grüße
Martin Malangeri
Gefunden. T. Huckfeldt, O. Schmidt, H. Quader:
Ökologische Untersuchungen am Echten Hausschwamm und weiteren Hausfäulepilzen
aus: Holz als Roh- und Werkstoff (2005) 63: 209–219
Es wurden Holzklötzchen aufgestapelt. Der Versuch bezieht sich also auf das Wachstum auf bzw. im Holz. Ein möglicher Einfluß von Mauerwerk wurde nicht berücksichtigt. Ich werfe mal die gewagte These in den Raum, dass (möglicherweise) ein alkalisches Milieu für die Ausbildung eines besonders ausgeprägten Strangmycels notwendig ist. Die Bildung von Fruchtkörpern bei EHS erfolgt ja auch vorwiegend an Mauerwerk, im Gegensatz zum Braunen Kellerschwamm, der vorwiegend auf Holz wächst.
@Abbau von Mycelien: hier möchte ich wiederum Huckfeldt und Schmidt nennen (Buch: Hausfäule- und Bauholzpilze). Zum einen wird das Mycel von Kleinstlebewesen gefressen, zum anderen baut der Pilz selbst Teile seiner nicht mehr benötigten Infrastruktur ab, um an anderer Stelle Energie für weiteres Wachstum oder für die Fruchtkörperbildung zur Verfügung zu haben. Hieraus erklärt sich auch die Fähigkeit, ohne Anwesenheit von Holz weiter im Mauerwerk zu wachsen oder auch die Bildung der sog. "Notfruchtkörper" nach erfolgter Schwammsanierung. Wachstum sozusagen aus sich selbst heraus soll aber begrenzt sein. Hatte mal was von 0,50 m gehört. Habe dazu aber keine Quelle.
Ich denke aber mal, dass dicke Stränge weder gefressen noch resorbiert werden und noch nach Jahrzehnten (wahrscheinlich auch im 3-stelligen Bereich) erkennbar sind.
@Fruchtkörper-Größe: Stimmt! Habe ich doch glatt den ollen roten Staub vergessen....
Gruß
Boris Blenn
Danke schön. Letzteres steht sogar in meinem Regal. Wer lesen kann ist klar im Vorteil.
Das mit dem alkalischen Gehalt ist keine besonders gewagte These, zumindest steht es in der Fußnote 3 auf Seite 4 des WTA-Merkblattes 1-2-05/D "Der Echte Hausschwamm" so geschrieben.
@interessierte Leser: besagtes Merkblatt umfasst so gut wie alles was man für die Sanierung des Halunken benötigt, folgt solide den Fachregeln und den wissenschaftlichen Erkenntnissen und ist dabei sogar auf hochdeutsch und nicht in fachchinesisch geschrieben.
Schönen Abend noch
Martin Malangeri
endlich mal eine Fachdiskussion, die Wissen darlegt statt in gegenseitige Beschimpfungen wegen Wissenslücken oder unterschiedlichen Standpunkten endet. Mein Dank an alle Beteiligten.
Das mit dem Hohlziegel ist durchaus möglich, jedoch beim angesprochenen Problem Keller nicht zu erwarten. Es war nur als ein preiswerter Lösungsweg gedacht, der zumindest auf der Quellenseite Kellerraum die Sporen und Mycel vernichtet, ist der Pilz einmal in der Wand, wäre wohl der Mauerabtrag der aufwendige weiterer Arbeitsgang. Dafür bin ich aber kein Fachmann und kenne nicht mal die DIN .... Vielleicht kann mir jemand da helfen ? Danke aufgrund meiner momentanen beruflichen Zwangspause...
Das erste Haus baue man für einen Feind, das 2. für einen Freund und erst das 3. für sich selber !Premium-Mitglied der Fachwerk.de Community ( Profil, Homepage) Olaf aus Sachsen | 28.07.09
Fälschlicher Weise... gehen viele Leute davon aus, das Schwammsperrmittel den EHS abtöten, dem ist aber nicht so, er soll lediglich verhindern, das der EHS Mauerwerk weiter durchwächst.
Habe letztens auf einer Baustelle diese recht üppige Schäden des EHS an einem Schloss gesehen….

lieber ein offenes Herz als ein offenes BeinMitglied der Fachwerk.de Community ( Profil) zahn-der-zeit | 30.07.09
und die verzweifelten Sicherungsversuche der Deckenbalken mit Schwamm befallenem Holz.

lieber ein offenes Herz als ein offenes BeinMitglied der Fachwerk.de Community ( Profil) zahn-der-zeit | 30.07.09
 Schwammbekämpfung Richtig. Man sollte dem Kunden nicht suggerieren, dass der Pilz vollständig im Mauerwerk abgetötet wird. Die Schwammsperrmittel wirken zwar fungizid, man kann aber eine vollständige Durchtränkung des Mauerwerks nicht mit vertretbaren Mitteln erreichen. Das Mycel wird also im Mauerwerk teilweise abgetötet, teilweise eingekapselt und dem Hungertod, dem jahrelangen Verharren bzw. der Trockenstarre o.ä. preisgegeben sowie eine chem. Sperre gegen neuerliches Durchwachsen erzeugt. Daher sollte auch nach einer fachgerechten Schwammsanierung gewisse Nutzungseinschränkungen, insbesondere im Keller hingenommen werden.
Eine chemische Bekämpfung im Erdreich (hier: der Kellerboden von Leobengl) ist nicht erlaubt. Dies wäre auch aktive Umweltverschmutzung. Abtragen der oberflächennahen Schichten wäre sicherlich zuvorderst durchzuführen.
Hier habe ich auch gleich eine Frage an die Fachkollegen etc.:
welche Erfahrungen habt ihr mit durchwachsenem Erdreich? Bisher beschränkten sich meine Beobachtungen auf Eindringtiefen von 10-15 cm, vielleicht auch mal 20 cm. Auf meinem beigefügten Foto (hoffentlich gut zu sehen): Strangmycel des Echten Hausschwamms im freigegrabenen Erdreich unterhalb eines Lagerholzes eines Dielenbodens. Es soll aber auch Fälle geben (habe ich persönlich noch nicht erlebt), bei dem EHS über einige Meter Erdreich hinweg Nachbarhäuser befallen hat.
Merkwürdig, dass dieses Thema sowohl in der DIN als auch im WTA-Merkblatt nicht angesprochen wird. Oder habe ich da was überlesen? Es geht hier immerhin um einen Bereich, der weder mit Schwammsperrmitteln behandelt werden, noch trocken gelegt werden kann...
Durchwachsungen im Erdreich habe ich bis jetzt nur zweimal gesehen, es handelte sich lediglich um wenige Zentimeter. Hier hat der Schwamm offensichtlich den Weg des geringsten Widerstand genommen. Nicht durch die Rollschicht die ohne weitere Gründung unterm Schwell lag sondern eben durch die Erde darunter.
Nach DIN würde ich das befallene Erdreich als Schüttung betrachten, diese nach der DIN auszutauschen ist allerdings äußerst aufwendig.
lieber ein offenes Herz als ein offenes BeinMitglied der Fachwerk.de Community ( Profil) zahn-der-zeit | 31.07.09
 Schwammsanierung muss nicht teuer sein Hallo Leo,
die Schwammsanierung lässt sich im gleichen Zug mit dem neuen Verputz regeln.
MfG A.Cyba
Ich muss mich doch jetzt auch mal zu Wort melden, nachdem ich den Thread gelesen habe. Meine Erfahrung mit EHS ist praktisch nicht vorhanden, ich beabsichtige aber ein ca. 120 Jahre altes Haus in schlechtem Zustand zu erwerben, Leerstand und Feuchtigkeit auf der Ganzen Linie für die letzten 20 Jahre.
Das Haus ist nicht unterkellert, die Wände haben Feuchtigkeitsschäden (nicht zu schlimm) und der Holzfussboden ist teilweise aufgewölbt und teilweise eingebrochen. Leider konnte ich ihn nicht genau untersuchen.
Ich würde mal davon ausgehen, dass der Fußboden von Schwann befallen ist und würde ihn komplett entfernen und anschliessen den gesamten EG Fußboden mit 12cm WU Beton ausgiesen (bewehrt), darüber normaler Fußbodenaufbau.
Meine Befürchtung ist nun, dass die Geschoßdecke auch befallen sein könnte, wenn EHS tatsächlich über die noch tapezierten Wände heraufgekrabbelt sein könnte.
Fragen:
- Kann das passieren?
- Reicht es den Boden auszugiessen und alles Holz zu entfernen um geheilt zu sein
- Kann ich auf einen Randdämmstreifen zwischen Bodenplatte und Mauerwerk verzichten?
Vielen Dank für Eure Mühen
Selbst ist der Mann :-)Mitglied der Fachwerk.de Community ( Profil) sanierer | 05.08.09
Geschossweises "Überspringen" durch Echten Hausschwamm ist sehr gut möglich. Dazu bedarf es auch keiner Tapete, wobei zusätzliche Cellulose als "Wegzehrung" selbstverständlich förderlich wäre. Daher ist die Untersuchung der Mauerwerks (Oberfläche - Fugen - Hohlräume) besonders wichtig zur Beurteilung der Befallsbereiche. Es gehört aber einiges an Erfahrung dazu, Pilzmyzel in einem relativ holhlraumfreien Mauerwerk sicher zu identifizieren. Bei zweischligem MW mit Luftschicht ist dies über Probeöffnungen (1x pro qm) noch relativ einfach.
Anhand des beschriebenen Schadbildes halte ich einen Pilzbefall im Holzfußboden für sehr wahrscheinlich.
Ich möchte hier nochmals betonen, dass bei einem Verzicht auf chemische Maßnahmen im Mauerwerk - dies ist nur in Außnahmen möglichst durch einen Sachverständigen abzuwägen - besonders streng auf flankierende Maßnahmen geachtet werden muss.
Gruß
Boris Blenn
Neue Informationen, Fragen und Ideen zur Frage Hausschwammsanierung Danke schon mal für die wirklich guten und informativen Antworten.
Hier noch etwas zum Befallumfang und eine Idee aus dem persönlichen Umfeld.
No.1: Holz, Holzwerkstoffe etc. wurden alle komplett ausgebaut, der koplette Keller ist nun bis auf die Decken wieder im Naturzustand (Ziegel bzw. Sandsteinmauer).
Der Befall war nur stark an Holzleisten, die im Keller zur Befestigung von Rigipswänden angebracht waren und dazwischen im (Luft) Raum an der Wand "angelehntes" Watteartiges Myzel. Inzwischen durch Laboruntersuchung als echter Hausschwamm idendifiziert.
Der Befall erstreckte sich über einen Winkel im Holz von ca. 1 Meter auf 4 Meter. Sowie auf der Bodenfläche, aller dings nur zwischen Folie und Ausgleichsmaterial im Fußboden) die unter den nicht befallenen Spanplatten (die trotzdem entsorgt wurden), und dem wirklichem Kellerboden sich befindet.
Die Höhe des Befalls war fast durchweg Wadenhoch und an einer Holzleiste die zur Kellerdecke führte fast Kniehoch.
No.2: Die Wände sind (nach einer Woche nächtlichen Kondenstrocknens) nicht trocken zu kriegen (zumindest bis jetzt nicht, auch nicht annähernd. Feuchtigkeit zwischen 50 und über 90 %. Wächst der Schwamm nun weiter, auch ohne Holz?
No.3: Wie trocken sollte der Sandstein überhaupt sein? Nimmt dieser nicht auch Schaden wenn er zu trocken wird?
No. 4: ein Bekannter hat uns gesagt man könne auch mit ungelöschtem Kalk die Wand mehrmals bearbeiten, das würde helfen. Ist da was dran?
No.5: Wie kann man nicht sichtbaren möglichen Schwamm in der Mauer sichtbar machen oder feststellen? Würde man es merken wenn er in einiger Zeit wieder sichtbar wird und Fruchtkörper bildet? Oder kann er auch in der Wand hochwachsen bis er sich das Erdgeschoß (dessen Fußboden) vornimmt? Dazu müßte er über einen Meter in der Wand hochwachsen.
Ich wäre sehr dankbar für weitere fruchtbare Antworten.
liebe Grüße
Leobengl
Irgendwas ist immerMitglied der Fachwerk.de Community ( Profil) Leobengl | 07.08.09
Zu 1. alles schön und richtig
Zu 2. der Schwamm kann mehrere Meter ohne Holz wachsen, (siehe Beitrag v. Boris-A. Blenn) vorausgesetzt die Bedingungen stimmen. Eine ordentliche Lüftung (ständiger Durchzug) macht dem Schwamm das Leben sehr schwer.
Zu 3. nein
Zu 4. währ schön, einfach und billig, ist aber nichts dran.
Zu 5. durch punktuelles öffnen der Wand (siehe Beitrag v. Boris-A. Blenn). Wird kein weiteres Myzel gefunden empfehle ich eine Injektion der Wand mit Schwammsperrmittel durch FACHMANN oder FRAU.
lieber ein offenes Herz als ein offenes BeinMitglied der Fachwerk.de Community ( Profil) zahn-der-zeit | 07.08.09
Besten Dank für die hilfreichen Hinweise und Tipps Hallo ihr guten Helfer,
ich bin sehr froh, dass ich dieses Forum aufgetan habe und somit auch einiges über dieses gemeine Etwas an EHS lernen konnte.
Ich möchte mich bei allen bedanken, die sich um mein Problem gekümmert und gesorgt haben.
Besten Dank und ich werde euc hwohl noch häufiger brauchen, denn
IRGENDWAS IST IMMER.
Euer leobengl aus Thüringen
Irgendwas ist immerMitglied der Fachwerk.de Community ( Profil) Leobengl | 25.08.09
Hausschwamm Noch als Nachtrag zum Punkt 4:
Lassen Sie sich von Ihrem famosen Bekannten erklären, wie er "mit ungelöschtem Kalk die Wand mehrmals bearbeiten" will.
Dieses Wunder würde mich schon mal interessieren.
Viele Grüße
erfahrungen eigene erfahrungen:
der EHS kann durchaus anorganisches gebiet durchwachsen, sogar über strecken von 2 bis 3 metern ud 20 cm tief.
So geschehen bei uns im hof, also über freie strecke unter asphalt, von einer holzquelle zur anderen.
Man sollte dieses "Viech" (auch wenn e weder pflanze noch tier ist) nicht unterschätzen!
wichtig ist am PlatzMitglied der Fachwerk.de Community ( Profil) Ulrich Jäkel | 30.09.09
Schwammsanierung Hallo,
dafür sind Putze mit entsprechenden physikalischen Eigenschaften erforderlich. E-Mail
Schwammsanierungsputze??? Hier hat aber eine ne Auftragsflaute
scheint so.... eigentlich soll man trolle nicht füttern.
Beim thema hausschwamm hört der spass aber doch auf.
wichtig ist am PlatzMitglied der Fachwerk.de Community ( Profil) Ulrich Jäkel | 11.01.10
Wenn es nicht so traurig wäre ... ... könnte man lachen. Schwammsanierung mit einem Wandverputz. Unbestritten gibt es wichtige flankierende Maßnahmen, wie z. B. nicht mehr schlagregensichere Putze zu erneuern usw. Denn: Die Feuchtigkeit respektive Abstellen der Feuchtigkeit ist der Schlüssel des Erfolgs. Aber: Nur durch Auftrag eines Putzes werde ich Hausschwamm im Keller und dem angrenzende EG wohl nicht los.
Mit freundlichen Grüßen Ulrich Arnold
Alleine das Wort… “Schwammsanierung”
Es gibt ja durchaus Schwämme die gezüchtet, gepflegt und möglicherweise auch saniert wurden, aber den Echten Hausschwamm ?
stimmt Wir wollen den Schwamm nicht heilen sondern bekämpfen. Mir geht das Wort Schwammsanierung immer wieder selbst von den Lippen, weil es Umgangssprache am Bau ist. Richtig ist natürlich Schwammbekämpfung. Mit freundlichen Grüßen Ulrich Arnold
Neue Erkenntnisse in unserem Haus Nachdem eine geraume Zeit ins Land gegangen ist und wir die betroffene Wand ein Stück eröffenten, sahen wir, dass es sich um eine doppelte Wand handelte. Zwischen den Wänden fanden wir einiges an Mycelsträngen. Seit etwa 3 Wochen ist das Wand offen. Nun wußten wir nicht, wie weit wir die Mauer noch einlegen können, sodass wir die Statik nicht gefährden. Ich gehe davon aus, dass in einem Keller alle Wände tragende Eigenschaften haben! Eine zur Hilfe geholte Architecktin sagte, dass wir es soweit belassen sollen und weiterhin meinte sie, dass wir ihrer Meinung nach keine weiteren Maßnahmen unternehmen müssten. Seit der Eröffnung der betroffenen Mauer ist kein EHS mehr sichtbar. Auch die sonst immer wieder aufkeimenden Stellen sind seit dem ohne Befunde.
Ich bin nun etwas ratlos, weil ich denke, dass es vielleicht besser wäre, die gesamte Wand zu entfernen. Aber ich bezweifle, dass das ohne einen Statiker gehen kann.
Wie stützt man am Besten die Mauer ab? Oder lieber gleich die Finger davon lassen?
Danke schon mal im Voraus.
Irgendwas ist immerMitglied der Fachwerk.de Community ( Profil) Anja | 14.01.10
EHS Hallo Anja,
Generell sollten Sie im eigenem Interesse einen Sachverständigen für Holzschutz hinzuziehen. Das Ausmaß eines Schwammbefalls wird oft unterschätzt.
Der Echte Hausschwamm gilt als der gefährlichste Holzzerstörende Pilz in Bauwerken.
Seine Fähigkeiten bei relativ geringer Luftfeuchte zu wachsen, daher fälschlicherweise oft Trockenfäuler oder Trockenpils genannt, sowie der Tatsache, das sich dieser auch über mehrere Meter ohne Nahrung zu finden ausbreiten und dabei selbst Mauerwerk durchwachsen kann machen ihn so gefährlich.
In zweischaligem Mauerwerk kann sich ein derartiger Pilz ohne weiteres über mehrer Etagen ausbreiten. Die Nahrung findet er spätestens jeweils in den Holzbalkendecken.
Nicht nur die Bekämpfung, sondern auch die Analyse der Uhrsachen und Ausbreitung erfordern daher spezielle Kenntnis und Erfahrung.
Was nutzt es Ihnen wenn Sie die Wand entfernt haben und der Schwamm schon im Boden darunter oder in der Decke darüber ist?
Grüße aus Schönebeck
 kommt mir so bekannt vor... diese vorgesetzten wände....
und der schwamm kam natürlich aus der holzbalkendecke.
Wenn der Hausschwamm freigelegt wird, frische luft dran kommt, dann verzieht er sich vielleicht an ort und stelle. Das heisst aber noch lange nicht, dass er besiegt ist.
Der wächst weiter in der decke und anderen verdeckten stellen.
Das sollte wirklich ein fachmann anschauen - er muss rausfinden, wo der ganze befall verlaufen ist und was die ursache ist.
Der EHS ist wirklich nicht zu unterschätzen.
wichtig ist am PlatzMitglied der Fachwerk.de Community ( Profil) Ulrich Jäkel | 14.01.10
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